Alleine abnehmen | Der Inhalt

 

In dieser Geschichte geht es im Kern um eine Metamorphose im Schneckentempo: die Verwandlung von der fetten Raupe Nimmersatt zum grazilen Falter Binschonsatt. Ganz behutsam und ohne Verzicht soll diese Verwandlung passieren, ohne inneren Kampf, ohne Hast, ohne Zwang. Wenn wir wissen, was auf uns zukommen wird und mit welchen Herausforderungen wir wie lange konfrontiert sein werden, wird uns das, was vor uns liegt, nicht mehr ganz so unüberwindbar erscheinen. Manchmal wirken die vor uns liegenden Herausforderungen so groß, dass wir nur schwer an vermeintlich einfache Lösungen glauben können, wie beispielsweise einen Gedanken in uns selbst zu pflanzen.

 

Als ich noch 150 Kilogramm wog und am Beginn dieser Verwandlung stand, wollte ich so schnell wie möglich an Gewicht verlieren. In meinen wildesten Träumen machte ich Harakiri mit meinem Bauchfett. Ich hoffte auf die Erfindung einer Wunderpille, die Fett in Wasser verwandelt, das ich einfach aus dem Körper urinieren könnte. Ich wünschte, meine Wampe wäre ein gigantischer Pickel, den ich einfach hätte ausdrücken können. Eine Zeit lang glaubte ich allen Ernstes, dass ich gar nicht wirklich fett sei, sondern dass mir ein riesiger Bandwurm oder ein zentnerschwerer Tumor im Magen läge. Meistens plante ich irgendeine Radikal-Diät oder ich sagte mir: »Ich werde jetzt einfach zwei Monate lang gar nichts essen.«

 

Im Vorfeld dieses Buches dachte ich lange darüber nach, was mir damals geholfen hätte, diesen Weg des Abnehmens im Schneckentempo anzunehmen. Von den vielen Gründen, die für diesen Weg der Mini-Schritte sprechen, hätten mich wahrscheinlich nur zwei überzeugt. Erstens: Ich werde durch die langsame Lebens- und Ernährungsumstellung mein Wohlfühlgewicht auch halten können. Zweitens: Abnehmen im Schneckentempo tut nicht weh. Sprich: Mir knurrt nicht die ganze Zeit der Magen und ich muss mich nicht Tag für Tag durch den Hunger hindurch quälen.

 


Anhand meiner eigenen Geschichte werde ich den Weg zum Wohlfühlgewicht grob skizzieren. Was uns alle auf diesem Weg vereint, sind vier kleine Rädchen, an denen wir drehen müssen: Informationen, Bewegung, Heißhungerattacken und Gedanken. Wenn wir an diesen Rädchen drehen, aus unseren Fehlern lernen und uns immer wieder anpassen, wird es von ganz allein passieren. Alles, was wir dazu brauchen, sind gute Gedanken und Geduld. Denn die Verwandlung kann uns nur in ganz kleinen Schritten gelingen.

 

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